Alzheimer-Demenz – Symptome verstehen und Menschen begleiten

Alzheimer-Demenz – erkennen, verstehen und gemeinsam Unterstützung finden

Was ist die Alzheimer-Demenz?

Die Alzheimer-Krankheit ist eine Erkrankung des Gehirns und die häufigste Ursache einer Demenz.

Sie führt im Verlauf zu Veränderungen verschiedener geistiger Fähigkeiten. Dazu gehören insbesondere das Gedächtnis, die Orientierung, die Sprache und das Denkvermögen.

Die Erkrankung entwickelt sich meistens schrittweise und kann im Laufe der Zeit dazu führen, dass alltägliche Aufgaben zunehmend schwerfallen.

Alzheimer betrifft nicht nur das Gedächtnis. Auch die Persönlichkeit, die Stimmung, das Verhalten und die Fähigkeit, den Alltag selbstständig zu gestalten, können sich verändern.

Der Verlauf ist individuell unterschiedlich.

Wichtig: Nicht jede Vergesslichkeit bedeutet, dass eine Demenz vorliegt. Auch Stress, Schlafmangel, Depressionen, Medikamente oder andere gesundheitliche Probleme können Gedächtnis und Konzentration beeinträchtigen.

Anhaltende oder zunehmende Veränderungen sollten medizinisch abgeklärt werden.

Welche Symptome können auftreten?

Die ersten Anzeichen sind häufig unauffällig und werden manchmal zunächst mit normalen Altersveränderungen verwechselt.

Veränderungen des Gedächtnisses

Betroffene vergessen möglicherweise kürzlich geführte Gespräche, wiederholen Fragen oder können sich neue Informationen schlechter merken.

Gegenstände werden häufiger verlegt oder Termine vergessen.

Mit fortschreitender Erkrankung kann es schwieriger werden, sich an vertraute Personen oder wichtige Ereignisse zu erinnern.

Grafiken können per Maus- oder Bildschirmdruck vergrößert werden:

Schwierigkeiten bei der Orientierung

Manche Menschen verlieren zunehmend das Gefühl für Zeit oder Ort.

Sie wissen beispielsweise nicht mehr genau, welcher Wochentag ist, oder finden sich in einer vertrauten Umgebung schlechter zurecht.

Veränderungen der Sprache

Wörter können schwerer gefunden werden. Gespräche werden möglicherweise anstrengender, weil Inhalte nicht mehr so leicht verarbeitet oder wiedergegeben werden können.

Schwierigkeiten im Alltag

Tätigkeiten, die früher selbstverständlich waren, können zunehmend schwerfallen.

Dazu gehören beispielsweise das Planen von Mahlzeiten, der Umgang mit Geld, das Einhalten von Terminen oder die Organisation des Haushalts.

Im weiteren Verlauf kann auch bei der Körperpflege, beim Ankleiden oder bei anderen alltäglichen Aufgaben Unterstützung erforderlich werden.

Veränderungen der Stimmung und des Verhaltens

Manche Betroffene werden unsicherer, ängstlicher oder ziehen sich aus ihrem sozialen Umfeld zurück.

Es können auch Reizbarkeit, Unruhe oder Veränderungen des Schlafverhaltens auftreten.

Solche Veränderungen sind nicht automatisch absichtlich oder Ausdruck eines persönlichen Konflikts. Sie können mit der Erkrankung, der jeweiligen Situation oder anderen gesundheitlichen Faktoren zusammenhängen.

Wie entsteht die Alzheimer-Krankheit?

Bei der Alzheimer-Krankheit verändern sich verschiedene Prozesse im Gehirn. Dabei spielen unter anderem Ablagerungen bestimmter Eiweiße und Veränderungen innerhalb von Nervenzellen eine Rolle.

Diese Prozesse beeinträchtigen zunehmend die Kommunikation zwischen Nervenzellen und können zu deren Schädigung und Verlust führen.

Das genaue Zusammenspiel der Ursachen ist komplex und noch nicht in allen Einzelheiten geklärt.

Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Auch genetische Faktoren können eine Rolle spielen.

Alzheimer ist jedoch keine zwangsläufige Folge des Älterwerdens. Nicht jeder ältere Mensch entwickelt eine Demenz.

Wie wird Alzheimer-Demenz diagnostiziert?

Bei Verdacht auf eine Demenz ist eine medizinische Abklärung wichtig.

Die Untersuchung dient dazu, mögliche Ursachen der Beschwerden zu erkennen und andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen können.

Je nach Situation umfasst die Abklärung:

  • ein Gespräch über die Beschwerden und ihre Entwicklung,
  • die Erhebung der Krankengeschichte,
  • eine körperliche und neurologische Untersuchung,
  • Tests zu Gedächtnis, Aufmerksamkeit und anderen geistigen Fähigkeiten,
  • gegebenenfalls Blutuntersuchungen,
  • je nach medizinischer Einschätzung bildgebende Untersuchungen des Gehirns.

Die Diagnose wird anhand der gesamten Befunde gestellt. Welche Untersuchungen erforderlich sind, entscheidet die behandelnde Fachperson.

Eine frühe Abklärung kann helfen, die Ursache der Beschwerden besser zu verstehen, Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen und notwendige Unterstützung rechtzeitig zu organisieren.

Hier können Sie sich die unterschiedlichen Demenzformen als PDF-Datei Herunterlanden.


Kann Alzheimer behandelt werden?

Die Alzheimer-Krankheit ist derzeit nicht heilbar. Es gibt jedoch Möglichkeiten, Beschwerden zu behandeln und die Lebensqualität zu unterstützen.

Je nach Erkrankungsstadium und individueller Situation können Medikamente infrage kommen. Ihre Wirkung ist unterschiedlich und kann beispielsweise bestimmte geistige Fähigkeiten vorübergehend stabilisieren oder Symptome lindern.

Bei ausgewählten Personen mit früher Alzheimer-Erkrankung können außerdem spezielle krankheitsmodifizierende Behandlungen geprüft werden. Ob eine solche Behandlung geeignet ist, muss in spezialisierten Einrichtungen anhand genauer medizinischer Kriterien beurteilt werden.

Neben Medikamenten sind weitere Maßnahmen wichtig:

  • verständliche Informationen für Betroffene und Angehörige,
  • eine möglichst sichere und vertraute Umgebung,
  • Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben,
  • angepasste Bewegung und Aktivitäten,
  • soziale Kontakte und persönliche Interessen,
  • die Behandlung zusätzlicher gesundheitlicher Probleme.

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom individuellen Verlauf ab.

Was hilft im Umgang mit Menschen mit Alzheimer?

Menschen mit Alzheimer benötigen vor allem einen respektvollen, geduldigen und verständnisvollen Umgang.

Da sich ihre Fähigkeiten verändern können, ist es hilfreich, die Kommunikation und Unterstützung an die jeweilige Situation anzupassen.

Ruhig und verständlich sprechen

Kurze, klare Sätze und ausreichend Zeit zum Antworten können die Verständigung erleichtern.

Mehrere Fragen gleichzeitig oder unnötiger Zeitdruck können überfordern.

Orientierung ermöglichen

Eine übersichtliche Umgebung, vertraute Gegenstände und wiederkehrende Tagesabläufe können Sicherheit vermitteln.

Veränderungen sollten möglichst behutsam eingeführt werden.

Selbstständigkeit erhalten

Betroffene sollten Aufgaben weiterhin selbst übernehmen können, solange dies möglich und sicher ist.

Unterstützung bedeutet nicht, einem Menschen alles abzunehmen. Es geht darum, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und dort zu helfen, wo Hilfe tatsächlich benötigt wird.

Gefühle ernst nehmen

Wenn ein Mensch etwas vergisst oder eine Situation falsch einschätzt, helfen Vorwürfe und Beschämung in der Regel nicht.

Häufig ist es sinnvoller, ruhig zu reagieren, Sicherheit zu vermitteln und gemeinsam nach einer passenden Lösung zu suchen.

Sicherheit beachten

Mit fortschreitender Erkrankung können beispielsweise das Risiko des Verirrens, Schwierigkeiten im Umgang mit Medikamenten oder Probleme bei der Bewältigung des Haushalts zunehmen.

Welche Schutzmaßnahmen notwendig sind, sollte individuell beurteilt werden. Dabei ist es wichtig, die Sicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig die Selbstbestimmung so weit wie möglich zu erhalten.

Angehörige brauchen ebenfalls Unterstützung

Die Begleitung eines Menschen mit Alzheimer kann körperlich und emotional belastend sein.

Angehörige übernehmen häufig organisatorische Aufgaben, begleiten Arzttermine und müssen sich mit fortschreitenden Veränderungen im Alltag auseinandersetzen.

Dabei können Erschöpfung, Sorgen, Trauer und Unsicherheit entstehen.

Es ist wichtig, diese Belastungen ernst zu nehmen.

Hilfreich können sein:

  • Beratung über bestehende Unterstützungsangebote,
  • Selbsthilfegruppen für Angehörige,
  • Entlastungsangebote,
  • Gespräche mit vertrauten Menschen,
  • eine frühzeitige Planung der weiteren Versorgung,
  • Unterstützung bei organisatorischen und behördlichen Angelegenheiten.

Angehörige müssen nicht alle Aufgaben allein bewältigen. Unterstützung anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern kann dazu beitragen, die eigene Gesundheit zu schützen und die Begleitung langfristig aufrechtzuerhalten.

Wie kann Lebenswege unterstützen?

Lebenswege Niederösterreich Süd begleitet Menschen in psychosozial belastenden Lebenssituationen und unterstützt bei der Orientierung im Hilfesystem.

Im Zusammenhang mit einer Alzheimer-Erkrankung können beispielsweise folgende Themen wichtig sein:

  • Überforderung und Unsicherheit im Familienalltag,
  • Belastungen von Angehörigen,
  • Orientierung bei bestehenden Unterstützungsangeboten,
  • Hilfe bei der Klärung organisatorischer Fragen,
  • Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Beratungs- und Entlastungsangeboten,
  • Begleitung bei der Vorbereitung notwendiger weiterer Schritte.

Wir verstehen unsere Arbeit als ergänzende Unterstützung. Medizinische Diagnostik, Behandlung, Pflege und spezialisierte Demenzangebote werden dadurch nicht ersetzt.

Wenn bereits mehrere Stellen beteiligt sind, kann es hilfreich sein, die vorhandenen Möglichkeiten gemeinsam zu ordnen und zu klären, welcher nächste Schritt sinnvoll ist.

Unser Ziel: Menschen und Angehörige sollen in einer belastenden Lebenssituation nicht allein bleiben. Wir möchten Orientierung ermöglichen, vorhandene Ressourcen stärken und den Zugang zu passenden Unterstützungsangeboten erleichtern.

Weiterführende Informationen:

Österreichisches Gesundheitsportal – Alzheimer-Demenz:
https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/gehirn-nerven/demenz/alzheimer.html

Österreichisches Gesundheitsportal – Was ist Demenz?
https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/gehirn-nerven/demenz/was-ist-das.html