Unsere Geschichte
Unsere Geschichte bewahren, Zukunft gestalten
Jede Organisation hat ihre eigene Geschichte. Sie entsteht durch Menschen, Ideen, persönliches Engagement, Veränderungen und den gemeinsamen Wunsch, anderen Menschen zu helfen.
Auch Lebenswege Niederösterreich Süd blickt auf eine lange Entwicklung zurück. Die Wurzeln reichen bis in das Jahr 1991 zurück, als der Verein WIZ – Wege in die Zukunft gegründet wurde.
Diese Chronik erzählt nicht nur von Jahreszahlen und Veränderungen. Sie erzählt vor allem von den Menschen, die den Verein aufgebaut, geprägt, weiterentwickelt und durch unterschiedliche Zeiten getragen haben.
Viele dieser Menschen sind heute nicht mehr unter uns. Umso wichtiger ist es uns, ihre Arbeit und ihren Beitrag zur Geschichte des Vereins in Erinnerung zu behalten.
Bild: Alter Vereinsstützpunkt (1999-2025) in Wr. Neustadt Nö
Bild: 2025 - Erna Papst
1991 – Die Gründung von WIZ – Wege in die Zukunft
Im Jahr 1991 gründete Erna Papst den Verein WIZ – Wege in die Zukunft.
Mit großem persönlichen Einsatz, Erfahrung und Fachwissen legte sie den Grundstein für eine Organisation, die sich über viele Jahre hinweg für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige engagierte.
Von Beginn an ging es darum, Menschen zu unterstützen, ihnen Möglichkeiten zu eröffnen und sie auf ihrem persönlichen Weg zu begleiten.
Günther Ernst wirkte in dieser frühen Aufbauphase wesentlich mit und unterstützte den Aufbau des Vereins.
Damit begann eine Entwicklung, die über Jahrzehnte hinweg von unterschiedlichen Menschen weitergetragen wurde.
Ein historisches Zeugnis dieser frühen Zeit ist auch ein Zeitungsbericht von Erna Papst, der einen Teil der damaligen Entwicklung dokumentiert. Dieses historische Dokument soll – gemeinsam mit weiteren vorhandenen Unterlagen und Bildern – einen Einblick in die Anfänge des Vereins geben.
Bild: 1993 - Günther Ernst
Bild: 1995 - Maria Sanz
1994 – Unterstützung für Angehörige
Im Jahr 1994 entwickelte Maria Sanz ein direktes Hilfsangebot für Angehörige.
Damit wurde ein wichtiger Bereich stärker in den Mittelpunkt gerückt: Nicht nur die betroffenen Menschen selbst benötigen Unterstützung, sondern auch jene Menschen, die sie begleiten, unterstützen und im Alltag Verantwortung übernehmen.
Die Unterstützung von Angehörigen wurde damit zu einem weiteren Bestandteil der Entwicklung des Vereins.
1996 – Unterstützung im häuslichen Umfeld
René Hofer entwickelte im Jahr 1996 Hilfsangebote für Betreuungsmaßnahmen zu Hause für Menschen mit Behinderungen.
Damit wurde die Unterstützung stärker in das unmittelbare Lebensumfeld der Menschen gebracht.
Die Idee dahinter war, Unterstützung dort anzubieten, wo Menschen tatsächlich leben und ihren Alltag bewältigen – in ihrem eigenen Zuhause und in ihrem persönlichen Umfeld.
Auch dieser Entwicklungsschritt prägte die weitere Arbeit des Vereins.
Bild: 1995 - Ren'e Hofer
Bild: 1998 - Anna Bart
1998 – Monatliche Themenangebote
Im Jahr 1998 führte Anna Bart monatliche Themenangebote ein.
Die Themen wurden an den Bedürfnissen der Klientinnen und Klienten sowie an den vorhandenen Angeboten ausgerichtet.
Damit entstand eine Möglichkeit, unterschiedliche Anliegen regelmäßig aufzugreifen und Menschen gezielt Informationen, Austausch und Unterstützung anzubieten.
Diese Entwicklung zeigte bereits damals, wie wichtig es ist, Angebote nicht nur vorzugeben, sondern sie an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen auszurichten.
1999–2021 – Arbeitsbereiche, Teilhabe und neue Strukturen
Von 1999 bis 2021 prägte Hermann Kopp einen weiteren wichtigen Abschnitt der Vereinsgeschichte.
Er führte verschiedene Arbeitsbereiche ein und war ein Pionier darin, Menschen mit Behinderungen Wege in die Arbeitswelt zu eröffnen.
Dabei ging es nicht nur um Beschäftigung. Es ging um Teilhabe, Selbstständigkeit und die Möglichkeit, einen eigenen Platz in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft zu finden.
In dieser Entwicklungsphase entstand neben dem Verein auch eine eigene Firmenstruktur.
Der Verein und seine unterschiedlichen Arbeitsbereiche entwickelten sich dadurch über viele Jahre weiter.
2019 – Thomas Bachmann kommt zum Verein
Im Jahr 2019 trat Thomas Bachmann in den Verein ein.
Von 2019 bis 2022 war Thomas Bachmann hauptberuflich für den Verein tätig und übernahm Verantwortung in verschiedenen Bereichen.
Dazu gehörte unter anderem die Führung von zwei SPAR-Märkten sowie einer Tankstelle.
Damit begann für Thomas Bachmann eine persönliche Verbindung zum Verein, die auch über die folgenden Jahre bestehen blieb.
Bild: 1999 - Hermann Kopp
2022–2024 – Eine schwierige Zeit und wichtige Erfahrungen
Das Jahr 2022 markierte einen schwierigen Abschnitt in der Geschichte des Vereins.
Die Organisation geriet in eine wirtschaftlich herausfordernde Situation. Im Zuge dieser Entwicklung mussten Bereiche geschlossen beziehungsweise veräußert werden, um den Fortbestand zu sichern.
Diese Zeit war für die Organisation und die damals verantwortlichen Menschen mit großen Herausforderungen verbunden.
Gleichzeitig wurden in dieser Phase wichtige Erfahrungen gesammelt: über wirtschaftliche Verantwortung, organisatorische Strukturen, die Bedeutung klarer Zuständigkeiten und darüber, wie wichtig es ist, eine Organisation langfristig auf stabile Beine zu stellen.
Diese Erfahrungen wurden später zu einem wichtigen Bestandteil der Neuausrichtung.
2023–2024 – Ehrenamtliches Engagement
Nach seiner hauptberuflichen Tätigkeit bis 2022 blieb Thomas Bachmann dem Verein verbunden.
In den Jahren 2023 und 2024 war er ehrenamtlich tätig und engagierte sich weiterhin für den Verein und dessen Entwicklung.
Damit blieb die Verbindung bestehen, bevor 2025 ein neuer Abschnitt begann.
Bild: 2020- Thomas Bachmann
Bild: 2026 - Thomas Bachmann
2025 – Übernahme des Vorstandsvorsitzes und ein neues Kapitel
Im Jahr 2025 übernahm Thomas Bachmann den Vorstandsvorsitz von Erna Papst.
Damit übernahm er die Verantwortung für die weitere Entwicklung und Neuausrichtung des Vereins.
Seine persönliche Geschichte mit dem Verein reichte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Jahre zurück.
Ab 2025 war Thomas Bachmann wieder hauptberuflich als Vorstandsvorsitzender tätig.
Mit dieser Übernahme begann nicht nur ein Wechsel in der Führung, sondern eine umfassende Neuausrichtung der Organisation.
Zum Zeitpunkt der Übernahme bestanden Verbindlichkeiten in Höhe von rund 140.000 Euro.
Durch konsequente wirtschaftliche Arbeit und die Unterstützung von anonym bleiben wollenden Investoren und Unterstützern, die den weiteren Weg des Vereins ermöglichen wollten, konnten diese Verbindlichkeiten inzwischen vollständig abgebaut werden.
Dafür gilt unser besonderer Dank all jenen Menschen, die dazu beigetragen haben, dass der Verein wirtschaftlich wieder auf sicheren Beinen steht.
2025 – Von WIZ zu Lebenswege Niederösterreich Süd
Mit der Übernahme begann gleichzeitig die inhaltliche und organisatorische Neuausrichtung.
Aus WIZ – Wege in die Zukunft entwickelte sich Schritt für Schritt Lebenswege Niederösterreich Süd.
Dabei wurde bewusst zwischen der Geschichte des bisherigen Vereins und den neuen Strukturen unterschieden.
Die Erfahrungen und Leistungen der vergangenen Jahrzehnte wurden gewürdigt und als Teil der Geschichte bewahrt.
Gleichzeitig entstand ein neues Konzept, das zahlreiche Bereiche erstmals in dieser Form zusammenführt.
Neu aufgebaut beziehungsweise neu strukturiert wurden unter anderem:
- Qualitätsmanagement
- verbindliche Standards
- strukturierte Dokumentation
- klare Aufgaben- und Verantwortungsbereiche
- Weiterbildung und Schulungen
- das neue Konzept der Lebenshelferinnen und Lebenshelfer
- psychosoziale und soziale Begleitung
- neue Selbsthilfeangebote
- regionale Kooperationen und Netzwerke
- das Projekt Shop for Help
- ein neuer Stützpunkt als zentraler Ort für Beratung, Begegnung und Unterstützung
Auch die Bezeichnung Lebenshelferinnen und Lebenshelfer steht für die neue Ausrichtung. Sie löst die frühere allgemeine Bezeichnung „Betreuerinnen und Betreuer“ ab und beschreibt klarer die heutige Form der unterstützenden Tätigkeit.
Ein bewusster Neubeginn
Ein wichtiger Bestandteil der Neuausrichtung war auch die Entscheidung, stärker mit anderen Organisationen, Vereinen und Einrichtungen zusammenzuarbeiten.
Während in der früheren Vereinsgeschichte Kooperationen mit anderen Organisationen nur eine geringe Rolle spielten, setzt Lebenswege Niederösterreich Süd bewusst auf regionale Vernetzung.
Heute verstehen wir Zusammenarbeit als wichtigen Bestandteil einer guten Unterstützung.
Menschen sollen nicht von einer einzigen Organisation abhängig sein. Wenn andere fachliche oder spezialisierte Angebote notwendig sind, sollen passende Stellen eingebunden und Wege gemeinsam gefunden werden.
Damit entstand ein Netzwerkgedanke, der heute einen wichtigen Bestandteil von Lebenswege Niederösterreich Süd bildet.
2026 – Der neue Stützpunkt
Im Jahr 2026 wird dieser neue Weg auch räumlich sichtbar.
Mit dem neuen Stützpunkt von Lebenswege Niederösterreich Süd entsteht ein Ort für:
- persönliche Gespräche
- psychosoziale Begleitung
- Beratung und Orientierung
- Selbsthilfegruppen
- Schulungen und Weiterbildungen
- Begegnung und Austausch
- ehrenamtliches Engagement
- den Shop for Help
Der neue Stützpunkt steht damit nicht nur für neue Räume.
Er steht symbolisch für den Neuanfang und die Weiterentwicklung des Vereins.
Aus einer langen Geschichte entsteht etwas Neues – ohne die Menschen und Leistungen zu vergessen, die diese Geschichte überhaupt möglich gemacht haben.
Bild: Planungsskizze neuer Stützpunkt Ternitz-Pottschach
Unsere Geschichte ist ein Fundament
Die Geschichte von Lebenswege Niederösterreich Süd begann nicht erst mit der Umbenennung im Jahr 2025.
- Sie begann 1991 mit Erna Papst, mit einer Idee und mit dem Wunsch, Menschen zu unterstützen.
- Über die Jahrzehnte haben viele Menschen ihren Beitrag geleistet.
- Günther Ernst unterstützte den Aufbau in den frühen Jahren.
- Maria Sanz entwickelte Unterstützung für Angehörige.
- René Hofer prägte die Entwicklung von Hilfsangeboten im häuslichen Umfeld.
- Anna Bart brachte regelmäßige, an den Bedürfnissen der Klientinnen und Klienten orientierte Themenangebote ein.
- Hermann Kopp entwickelte Arbeitsbereiche weiter und setzte wichtige Impulse für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben.
- Thomas Bachmann kam 2019 zum Verein, war zunächst hauptberuflich tätig, engagierte sich anschließend ehrenamtlich und übernahm 2025 den Vorstandsvorsitz von Erna Papst und damit die Verantwortung für die nächste Entwicklungsphase.
Jede dieser Personen hat einen Teil der Geschichte geprägt.
Unser Dank
Unsere heutige Arbeit wäre ohne die Menschen, die den Verein über Jahrzehnte begleitet und aufgebaut haben, nicht möglich.
Wir danken allen ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Betreuerinnen und Betreuern, ehrenamtlich Engagierten, Unterstützerinnen und Unterstützern sowie allen Menschen, die sich in irgendeiner Form für die Entwicklung des Vereins eingesetzt haben.
Besonders erinnern wir an jene Menschen, die heute nicht mehr unter uns sind.
Ihre Arbeit gehört zur Geschichte von Lebenswege Niederösterreich Süd.
Auch schwierige Zeiten gehören zu einer ehrlichen Vereinsgeschichte. Sie müssen nicht verschwiegen werden. Entscheidend ist, was aus den Erfahrungen entsteht.
Wir möchten die Vergangenheit wertschätzen, aus ihr lernen und gleichzeitig den Mut haben, neue Wege zu gehen.
Unser Blick nach vorn
35 Jahre Geschichte bedeuten nicht, dass eine Geschichte abgeschlossen ist.
Sie bedeutet, dass ein Fundament vorhanden ist, auf dem weiter aufgebaut werden kann.
Lebenswege Niederösterreich Süd möchte diesen Weg weitergehen:
mit klaren Strukturen, verlässlicher Begleitung, engagierten Menschen, regionaler Zusammenarbeit und dem Blick auf jene Menschen, die Unterstützung brauchen.
Wir möchten bestehende Angebote weiterentwickeln, neue Möglichkeiten schaffen, Partnerschaften ausbauen und Menschen in schwierigen Lebenssituationen verlässlich begleiten.
Denn eines ist über all die Jahre gleich geblieben:
-
Der Mensch steht im Mittelpunkt.
- Die Anforderungen haben sich verändert.
- Die Wege haben sich verändert.
- Die Strukturen haben sich verändert.
- Die Organisation hat sich verändert.
Aber der Wunsch, Menschen nicht alleine zu lassen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, bleibt bestehen.
Unsere Geschichte hat 1991 begonnen.
Heute schreiben wir sie weiter.
Lebenswege Niederösterreich Süd
Gemeinsam Wege finden. Herausforderungen bewältigen. Neue Möglichkeiten entdecken.
Zur Entstehung dieser Chronik
Diese Chronik basiert auf den vorhandenen historischen Unterlagen sowie auf den von Erna Papst überlieferten und festgehaltenen Informationen zur Entwicklung des Vereins.
Nicht für jede Entwicklungsphase liegen heute noch vollständige schriftliche Unterlagen oder unabhängige Quellen vor. Einige Angaben beruhen daher auf den historischen Aufzeichnungen und Erinnerungen von Erna Papst sowie auf dem Wissen aus der weiteren Vereinsentwicklung.
Wir verstehen diese Chronik als eine Dokumentation unserer Vereinsgeschichte und als Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Menschen, die Lebenswege über viele Jahre geprägt haben.
Bild: 2015 - Erna Papst