
Dissoziative Identitätsstörung – verstehen und Unterstützung finden
Was ist eine dissoziative Identitätsstörung?
Die dissoziative Identitätsstörung (DIS) ist eine psychische Erkrankung, bei der die Identität und das Erleben der eigenen Person deutlich beeinträchtigt sein können. Sie ist häufig mit Erinnerungslücken verbunden, die über gewöhnliches Vergessen hinausgehen.
Betroffene können erleben, dass sich ihr Selbstgefühl, ihre Wahrnehmung oder ihr Verhalten unterschiedlich anfühlen. Teilweise bestehen Erinnerungslücken für alltägliche Ereignisse oder persönliche Erfahrungen.
Die Erkrankung ist komplex und kann für die betroffenen Menschen sehr belastend sein. Sie sollte nicht mit gewöhnlichen Stimmungsschwankungen, unterschiedlichen Rollen im Alltag oder einer ausgeprägten Fantasie verwechselt werden.
Welche Anzeichen können auftreten?
Die Beschwerden sind individuell verschieden. Mögliche Anzeichen sind:
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wiederkehrende Erinnerungslücken,
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das Gefühl, sich selbst zeitweise fremd zu sein,
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Veränderungen im Erleben der eigenen Identität,
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das Gefühl, bestimmte Handlungen oder Erlebnisse nicht vollständig zuordnen zu können,
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innere Konflikte und starke Verunsicherung,
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zusätzliche Beschwerden wie Angst, depressive Symptome oder Schlafprobleme.
Diese Anzeichen sind nicht spezifisch für die dissoziative Identitätsstörung. Ähnliche Beschwerden können auch bei anderen psychischen oder körperlichen Erkrankungen auftreten.
Deshalb ist eine sorgfältige fachliche Abklärung wichtig.
Wie entsteht eine dissoziative Identitätsstörung?
Die Entstehung ist komplex. Bei vielen Betroffenen besteht ein Zusammenhang mit schweren oder wiederholten belastenden Erfahrungen, insbesondere während der Kindheit. Solche Erfahrungen können die Entwicklung des Selbstgefühls und den Umgang mit Erinnerungen beeinflussen.
Nicht alle Betroffenen haben dieselbe Lebensgeschichte. Aus einzelnen Symptomen lässt sich nicht zuverlässig ableiten, welche Erfahrungen ein Mensch gemacht hat.
Die Erkrankung sollte deshalb weder vorschnell diagnostiziert noch anhand bestimmter Erinnerungen oder Vermutungen erklärt werden.
Wie wird die Erkrankung festgestellt?
Die Diagnose erfolgt durch qualifizierte Fachpersonen mit Erfahrung in der Diagnostik dissoziativer Störungen.
Dabei werden die Beschwerden, die persönliche Entwicklung, Erinnerungslücken und mögliche andere Ursachen sorgfältig untersucht. Unter anderem müssen neurologische Erkrankungen, bestimmte Medikamentenwirkungen und andere psychische Störungen berücksichtigt werden.
Eine Selbstdiagnose anhand von Internetbeiträgen ist nicht zuverlässig.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Beschwerden und Bedürfnissen. Eine längerfristige, traumasensible Psychotherapie kann eine wichtige Rolle spielen.
Dabei stehen zunächst häufig Sicherheit, Stabilisierung und der Umgang mit belastenden Situationen im Vordergrund. Weitere Behandlungsschritte werden individuell und in einem angemessenen Tempo geplant.
Zusätzliche Beschwerden wie Depressionen, Angst oder Schlafstörungen können ebenfalls gezielte Unterstützung erforderlich machen.
Eine Behandlung sollte von qualifizierten Fachpersonen durchgeführt werden. Eine Konfrontation mit belastenden Erinnerungen darf nicht unvorbereitet oder ohne geeigneten therapeutischen Rahmen erfolgen.
Was können Angehörige tun?
Angehörige können helfen, indem sie zuhören, die Belastung ernst nehmen und die Selbstbestimmung der betroffenen Person respektieren.
Hilfreich ist es, nicht zu drängen, keine Erinnerungen vorzugeben und Erlebnisse nicht vorschnell zu interpretieren. Auch klare Absprachen und ein verlässliches Umfeld können Sicherheit vermitteln.
Angehörige dürfen zugleich ihre eigenen Grenzen wahrnehmen und selbst Unterstützung in Anspruch nehmen.
Wie kann Lebenswege unterstützen?
Lebenswege Niederösterreich Süd bietet psychosoziale Begleitung für Menschen in belastenden Lebenssituationen.
Wir können dabei unterstützen, Sorgen und Alltagsbelastungen zu besprechen, Orientierung zu gewinnen und geeignete fachliche Anlaufstellen zu finden.
Wir stellen keine psychiatrischen Diagnosen und bieten keine spezialisierte Traumatherapie an. Unsere Begleitung ergänzt bestehende medizinische und psychotherapeutische Angebote.
Unser Grundsatz: Wir begegnen Menschen respektvoll und ohne vorschnelle Bewertung. Auch bei komplexen psychischen Belastungen verdienen persönliche Erfahrungen und individuelle Bedürfnisse ernst genommen zu werden.
Hinweis: Bei starken Erinnerungslücken, erheblicher Verunsicherung oder anhaltenden psychischen Beschwerden sollte eine fachliche Abklärung erfolgen.