Zwischenbericht 2026

Veröffentlicht am 12. Oktober 2026 um 06:10

Was wir gemeinsam entwickelt und erreicht haben.

Lebenswege Niederösterreich Süd - Jänner bis Oktober 2026

Das Jahr 2026 war für Lebenswege Niederösterreich Süd von Veränderung, organisatorischer Weiterentwicklung und dem konsequenten Einsatz für Menschen in belastenden Lebenssituationen geprägt. Trotz finanzieller Herausforderungen und notwendiger Veränderungen unserer Strukturen stand eines immer im Mittelpunkt: Unsere Klientinnen und Klienten gehen vor.

Jänner und Februar – Unsere Wurzeln und unsere Werte

Mit dem Projekt Shop for Help bereiteten wir einen neuen Weg vor, um gespendete Waren für einen sozialen Zweck einzusetzen. Auch unser eigener Lebenswege-Song machte unsere Haltung und unsere Botschaft nach außen sichtbar.

Im Februar mussten wir Abschied von Erna Papst nehmen. Als Mitgründerin von WIZ – Wege in die Zukunft im Jahr 1991 und spätere Obfrau prägte sie die Entwicklung des Vereins entscheidend mit. Besonders in einer schwierigen Übergangsphase übernahm sie Verantwortung und gab dem Verein Stabilität. Wir bewahren ihr Wirken in Dankbarkeit und führen die Grundwerte unserer gemeinsamen Geschichte weiter.

Frühjahr – Zusammenarbeit und neue Perspektiven

Wir stärkten unsere Kontakte zu Unterstützerinnen, Unterstützern und regionalen Partnern und arbeiteten daran, unsere Angebote und Zuständigkeiten klarer zu beschreiben. Veranstaltungen und Begegnungsmöglichkeiten boten Raum für Information, Austausch und neue Kontakte.

Gleichzeitig blieb die persönliche Begleitung von Menschen und Familien in schwierigen Lebenssituationen ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Wir geben Orientierung, unterstützen bei sozialen Herausforderungen und helfen dabei, passende Angebote und nächste Schritte zu finden. Unser Ziel ist es, bestehende Strukturen sinnvoll zu ergänzen und Menschen nicht allein zu lassen.

Juni – Begegnung und Inklusion

Mit dem Projekt Lebenssound und der Veranstaltung „Generationen verbinden“ setzten wir Zeichen für Teilhabe, Begegnung und gegenseitiges Verständnis. Menschen zusammenzubringen, Isolation entgegenzuwirken und unterschiedliche Lebenswelten miteinander zu verbinden, bleibt ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.

Juli – Finanzielle Stabilisierung und verantwortungsvolle Weiterentwicklung

Nach einer finanziell herausfordernden Zeit konnten wir durch eingegangene Mittel rund drei Viertel unserer offenen Verbindlichkeiten begleichen. Damit erreichten wir einen wichtigen Schritt zur Stabilisierung des Vereins.

Zusätzlich arbeiteten wir an einer moderneren und transparenteren Finanzverwaltung. Unser Ziel ist es, die vorhandenen Mittel verantwortungsvoll einzusetzen und langfristig jene Strukturen zu stärken, die unserer sozialen Arbeit zugutekommen.

August – Neue Projekte, Ausbildung und steigender Unterstützungsbedarf

Wir entwickelten mehrere Vorhaben weiter: den Thomas Bachmann Hilfsfonds, das kreative Projekt Handmade und den Shop for Help. Zugleich bauten wir die Weiterbildung unserer Lebenshelferinnen und Lebenshelfer aus. Dazu gehören unter anderem Kommunikation, Datenschutz, Selbstschutz und klare Grenzen der eigenen Tätigkeit.

Die im August veröffentlichten Zahlen verdeutlichten den Unterstützungsbedarf: 91 Klientinnen und Klienten, täglich drei bis sechs neue Anfragen und 22 aktive Lebenshelferinnen und Lebenshelfer. Diese Zahlen stehen für eine wichtige Aufgabe und zugleich für die Notwendigkeit, unsere personellen und organisatorischen Grundlagen weiterzuentwickeln.

Parallel begannen die konkreten Vorbereitungen für unseren neuen Stützpunkt in Ternitz-Pottschach.

September – Unsere Geschichte bewahren, Zukunft gestalten.

Mit dem Rückblick auf 35 Jahre Entwicklung von WIZ zu Lebenswege Niederösterreich Süd machten wir unsere Wurzeln und die Weiterentwicklung des Vereins sichtbar.

Auch unsere Website zeigte eine wachsende Reichweite: Im August wurden 89.838 Aufrufe registriert. Die Auswertung hilft uns, besser zu verstehen, wonach Menschen suchen und wo sie Orientierung und Unterstützung benötigen.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Planung unserer zukünftigen Arbeit. Wir reichten beim Land Niederösterreich ein Konzept für eine dreijährige regionale Entwicklungs- und Erprobungsphase von 2027 bis 2029 ein. Im Mittelpunkt steht eine ergänzende ambulante soziale Unterstützung an den Schnittstellen bestehender Angebote in den Regionen Neunkirchen, Wiener Neustadt,  Baden, Mödling und Bruck an der Leitha.

Gemeinsam mit dem Konzept wurden unser weiterentwickeltes Leitbild, Qualitätsgrundlagen sowie Standards für den Zugang zu unseren Angeboten und die klare Abgrenzung unserer Tätigkeiten eingebracht. Die Einreichung ist ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung unseres Modells. Über eine mögliche Förderung ist damit noch nicht entschieden.

Oktober – Qualität, Verantwortung und der nächste Entwicklungsschritt

Unsere aktiven Lebenshelferinnen und Lebenshelfer nahmen an Schulungen zu Datenschutz und professionellen Grenzen teil. Damit stärken wir den verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Informationen und schaffen mehr Sicherheit für die Menschen, die sich an uns wenden.

Gleichzeitig arbeiteten wir weiter am neuen Stützpunkt und am Shop for Help. Die Eröffnung des neuen Standorts wurde auf den 10. November 2026 verschoben. Während der Übersiedlungsphase blieb die persönliche Unterstützung durch Hausbesuche und vereinbarte Begleitung im Rahmen unserer Möglichkeiten bestehen. Denn die Unterstützung unserer Klientinnen und Klienten hatte Vorrang vor einem möglichst frühen Eröffnungstermin.

Gemeinsam weitergehen

2026 war kein Jahr des Stillstands, sondern ein Jahr der Neuordnung, der Qualitätsentwicklung und der Vorbereitung auf die nächsten Schritte. Wir haben finanzielle Verpflichtungen reduziert, Projekte weiterentwickelt, die Ausbildung unserer Lebenshelfer gestärkt, Unterstützungsnetzwerke gepflegt und unsere zukünftige Arbeit gegenüber dem Land Niederösterreich konkretisiert.

Das alles wäre ohne die Menschen, die Lebenswege seit den Anfängen im Jahr 1991 getragen und unterstützt haben, nicht möglich gewesen. Unser Dank gilt unseren Lebenshelferinnen und Lebenshelfern, unseren Klientinnen und Klienten, Angehörigen, Partnerorganisationen, Fördergebern, Spenderinnen und Spendern sowie allen, die unsere Entwicklung mittragen.

Besonders erinnern wir an Erna Papst, deren Engagement Teil unserer Geschichte bleibt. Ebenso danken wir allen Menschen, die seit 1991 mit ihrer Zeit, ihrer Kraft und ihrem Vertrauen dazu beigetragen haben, dass aus einer gemeinsamen Idee ein weiterentwickelter Verein entstehen konnte.

 

Unsere Geschichte bewahren, Zukunft gestalten.

Brücken statt paralleler Strukturen.

Ergänzen statt ersetzen. Gemeinsam statt einsam.

 

Lebenswege Niederösterreich Süd – Zwischenbericht, Stand Oktober 2026