Was ist Fibromyalgie?

Fibromyalgie ist ein chronisches Beschwerdebild, das vor allem durch weit verbreitete Schmerzen und eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit gekennzeichnet ist. Häufig treten zusätzlich Erschöpfung, nicht erholsamer Schlaf sowie Konzentrations- und Gedächtnisprobleme auf.

Die Beschwerden können den Alltag erheblich beeinträchtigen. Betroffene müssen möglicherweise ihre Aktivitäten anpassen, benötigen mehr Erholungszeiten oder können berufliche und familiäre Aufgaben nicht mehr wie gewohnt bewältigen.

Fibromyalgie ist eine anerkannte Erkrankung. Die Schmerzen sind real und sollten nicht als Einbildung oder mangelnde Belastbarkeit abgetan werden.

Welche Beschwerden können auftreten?

Die Beschwerden unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Häufig sind:

  • Schmerzen in mehreren Körperregionen,

  • Druck- und Berührungsempfindlichkeit,

  • anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung,

  • Schlafprobleme,

  • Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten,

  • Kopfschmerzen,

  • erhöhte Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Sinnesreizen,

  • psychische Belastungen durch anhaltende Schmerzen.

Die Beschwerden können schwanken. Phasen mit stärkeren Schmerzen und ausgeprägter Erschöpfung wechseln sich bei manchen Betroffenen mit besseren Zeiten ab.

Nicht alle Symptome müssen gleichzeitig auftreten.

Wie entsteht Fibromyalgie?

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Nach heutigem Kenntnisstand spielt eine veränderte Verarbeitung von Schmerzsignalen im Nervensystem eine wichtige Rolle.

Mehrere Faktoren können zusammenwirken. Dazu gehören möglicherweise genetische Einflüsse, Schlafstörungen, körperliche oder psychische Belastungen und weitere individuelle Faktoren.

Fibromyalgie lässt sich nicht einfach auf eine Entzündung der Muskeln zurückführen. Ebenso wäre es falsch, die Erkrankung pauschal als Folge psychischer Probleme zu erklären.

Psychische Belastungen können mit chronischen Schmerzen zusammenhängen oder durch diese verstärkt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Schmerzen eingebildet sind.

Wie wird Fibromyalgie festgestellt?

Es gibt keinen einzelnen Labortest, mit dem Fibromyalgie sicher nachgewiesen werden kann.

Die Diagnose erfolgt anhand der Beschwerden, ihrer Dauer und Verteilung sowie einer ärztlichen Untersuchung. Je nach Situation können weitere Untersuchungen erforderlich sein, um andere Erkrankungen zu erkennen oder auszuschließen.

Die Abklärung ist wichtig, weil unterschiedliche Erkrankungen ähnliche Beschwerden verursachen können. Neue, ungewöhnlich starke oder plötzlich auftretende Symptome sollten nicht automatisch der Fibromyalgie zugeschrieben werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine vollständige Heilung kann derzeit nicht zugesichert werden. Es gibt jedoch Möglichkeiten, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, wird individuell entschieden. Infrage kommen unter anderem:

  • regelmäßige, an die Belastbarkeit angepasste Bewegung,

  • physiotherapeutische Unterstützung,

  • ein möglichst regelmäßiger Schlafrhythmus,

  • Strategien zur Einteilung der eigenen Kräfte,

  • psychologische Unterstützung im Umgang mit chronischen Schmerzen,

  • gegebenenfalls ärztlich verordnete Medikamente.

Ein langsamer, individuell angepasster Aufbau körperlicher Aktivität kann hilfreich sein. Überforderung sollte ebenso vermieden werden wie eine dauerhafte vollständige Schonung.

Medikamente wirken nicht bei allen Betroffenen gleich. Die Auswahl und Überprüfung einer medikamentösen Behandlung gehört in ärztliche Hände.

Es gibt keine pauschale Empfehlung für Nahrungsergänzungsmittel oder frei beworbene Produkte als Behandlung der Fibromyalgie. Versprechen einer sicheren Heilung sollten kritisch hinterfragt werden.

Wie können Angehörige unterstützen?

Menschen mit Fibromyalgie erleben häufig, dass ihre Beschwerden von anderen nicht verstanden werden, weil sie äußerlich nicht immer sichtbar sind.

Angehörige können unterstützen, indem sie Schmerzen und Erschöpfung ernst nehmen, gemeinsame Aktivitäten flexibel planen und die individuellen Belastungsgrenzen respektieren.

Gleichzeitig sollten Betroffene möglichst selbst entscheiden können, welche Unterstützung sie benötigen. Hilfe bedeutet nicht, ihnen grundsätzlich jede Aufgabe abzunehmen.

Die Tender Points befinden sich am Nacken, am Rücken, an den Schultern, Hüften sowie den Armen.

Wie kann Lebenswege unterstützen?

Lebenswege Niederösterreich Süd begleitet Menschen, die durch chronische Beschwerden, Erschöpfung oder Veränderungen ihrer Lebenssituation psychosozial belastet sind.

Wir können dabei helfen, alltägliche Herausforderungen zu ordnen, Entlastungsmöglichkeiten zu besprechen und passende Beratungs- oder Unterstützungsangebote zu finden.

Unsere Begleitung ersetzt keine ärztliche Diagnose, Schmerztherapie, Physiotherapie oder andere medizinische Behandlung.

Unser Grundsatz: Chronische Schmerzen verdienen Verständnis. Wir nehmen die persönliche Belastung ernst und unterstützen Menschen dabei, passende Wege im Umgang mit ihrer Situation zu finden.

Hinweis: Anhaltende oder neue Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden. Informationen aus dieser Infothek ersetzen keine individuelle Untersuchung oder Beratung.