Borderline-Syndrom – Gefühle verstehen und Stabilität finden

Das Borderline-Syndrom, auch Borderline-Persönlichkeitsstörung genannt, gehört zu den emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen. Betroffene können Gefühle besonders intensiv erleben und Schwierigkeiten haben, starke innere Anspannung zu regulieren.

Auch das Selbstbild und zwischenmenschliche Beziehungen können stark schwanken. Das kann für die betroffene Person sehr belastend sein und zu Missverständnissen im persönlichen Umfeld führen.

Mit einer passenden Behandlung und verlässlicher Unterstützung können Betroffene lernen, mit Gefühlen, Krisen und Beziehungen besser umzugehen.

Was bedeutet Borderline?

Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung erleben häufig starke emotionale Reaktionen. Gefühle können sich rasch verändern und als überwältigend empfunden werden. Gleichzeitig können Unsicherheit über die eigene Person, Ängste vor dem Verlassenwerden oder ein anhaltendes Gefühl innerer Leere auftreten.

Die Erkrankung zeigt sich nicht bei allen Menschen gleich. Nicht jedes einzelne Merkmal bedeutet, dass eine Borderline-Persönlichkeitsstörung vorliegt. Eine Diagnose kann nur durch qualifizierte Fachpersonen gestellt werden.

Welche Anzeichen können auftreten?

Mögliche Merkmale sind:

  • starke und rasch wechselnde Gefühle

  • ausgeprägte innere Anspannung

  • Schwierigkeiten, Impulse zu kontrollieren

  • intensive zwischenmenschliche Beziehungen mit wiederkehrenden Konflikten

  • große Angst vor Zurückweisung oder Verlassenwerden

  • ein unsicheres oder wechselndes Selbstbild

  • Gefühle von Leere

  • impulsive Handlungen, die später bereut werden

  • bei manchen Betroffenen selbstverletzendes Verhalten oder Suizidgedanken

Diese Merkmale können das tägliche Leben stark beeinflussen. Sie sind nicht Ausdruck von Absicht, Manipulation oder mangelndem Charakter. Entscheidend ist, die individuellen Schwierigkeiten ernst zu nehmen und geeignete Hilfe zu ermöglichen.

Wie entsteht eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Die Ursachen sind komplex und nicht bei allen Menschen gleich. Eine persönliche Veranlagung, biologische Faktoren, belastende Erfahrungen und das soziale Umfeld können eine Rolle spielen.

Nicht alle Betroffenen haben traumatische Erfahrungen gemacht. Umgekehrt entwickelt nicht jeder Mensch nach belastenden Erlebnissen eine Borderline-Persönlichkeitsstörung. Schuldzuweisungen sind deshalb nicht hilfreich.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Psychotherapie ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Es gibt spezielle therapeutische Ansätze, die beispielsweise dabei helfen, Gefühle besser zu regulieren, Krisen zu bewältigen und Beziehungen stabiler zu gestalten.

Dazu zählen unter anderem die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) und die mentalisierungsbasierte Therapie. Welche Behandlung geeignet ist, sollte gemeinsam mit qualifizierten Fachpersonen geklärt werden.

Medikamente können in bestimmten Situationen zur Behandlung zusätzlicher Beschwerden eingesetzt werden. Die Entscheidung darüber trifft eine Ärztin oder ein Arzt.

Wie können Angehörige unterstützen?

Angehörige können helfen, indem sie respektvoll zuhören, verlässliche Absprachen treffen und klare, wertschätzende Grenzen setzen. Es ist wichtig, starke Gefühle ernst zu nehmen, ohne sich selbst dauerhaft zu überfordern.

Angehörige müssen nicht allein für die Stabilität eines anderen Menschen verantwortlich sein. Auch sie dürfen Beratung und Entlastung in Anspruch nehmen.

Wie unterstützt Lebenswege Niederösterreich Süd?

Lebenswege bietet psychosoziale Begleitung, Gespräche und Orientierung in belastenden Lebenssituationen. Wir unterstützen Menschen dabei, ihre Anliegen zu ordnen, geeignete Hilfsangebote zu finden und organisatorische oder soziale Herausforderungen zu bewältigen.

Unsere Arbeit umfasst keine Diagnostik und keine Psychotherapie. Wir übernehmen auch keine medizinische Behandlung oder Pflege. Wir verstehen uns als ergänzende Anlaufstelle, die Menschen dabei unterstützt, passende professionelle Hilfen zu erreichen.

Wichtig bei akuten Krisen: Äußert eine Person konkrete Suizidgedanken oder besteht unmittelbare Gefahr, nehmen Sie diese Aussagen ernst und holen Sie professionelle Hilfe. Bei akuter Gefahr rufen Sie in Österreich die Rettung unter 144. Eine betroffene Person sollte in einer akuten Gefahrensituation nicht allein gelassen werden, sofern dies für Sie sicher möglich ist.

Weiterführende Informationen

Österreichisches Gesundheitsportal: Emotional instabile Persönlichkeitsstörung – Informationen zu Borderline, Diagnose und Therapie