Statt sich ständig zu fragen:
„Warum passiert das?“
kann manchmal die Frage helfen:
„Was kann ich jetzt tun?“
Zwischen dem, was wir nicht ändern können, und dem, was wir selbst beeinflussen können
Im Leben gibt es Situationen, die uns herausfordern. Manchmal beschäftigen wir uns lange mit Dingen, die wir gerne verändern würden, obwohl sie gar nicht in unserer Hand liegen.
Was andere Menschen denken, sagen oder entscheiden, liegt außerhalb unserer Kontrolle. Ebenso können wir nicht jede Situation, jede Veränderung oder jedes Ereignis in unserem Leben bestimmen.
Doch es gibt auch eine andere Seite: Innerhalb unserer Kontrolle liegt, wie wir selbst damit umgehen. Wir können entscheiden, wie wir reagieren, welche Haltung wir einnehmen und welchen nächsten Schritt wir setzen.
Das bedeutet nicht, dass schwierige Situationen dadurch plötzlich verschwinden. Es bedeutet vielmehr, den eigenen Blick wieder auf das zu richten, was tatsächlich beeinflussbar ist.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Stellen wir uns vor, jemand wartet auf eine wichtige Entscheidung. Alle notwendigen Unterlagen wurden abgegeben, doch nun heißt es: warten.
Die Person kann täglich darüber nachdenken, warum es so lange dauert. Sie kann sich ärgern, Sorgen machen oder immer wieder darüber nachgrübeln. Die Entscheidung selbst liegt jedoch außerhalb ihrer Kontrolle.
Was innerhalb ihrer Kontrolle liegt, ist, was sie jetzt tut: Sie kann nachfragen, ob noch etwas benötigt wird. Sie kann sich Unterstützung holen. Sie kann einen nächsten Schritt planen oder sich bewusst sagen:
„Ich habe getan, was ich tun konnte. Jetzt liegt der nächste Schritt nicht mehr bei mir.“
Manchmal ist genau das eine wichtige Erkenntnis: Nicht jede Situation muss sofort gelöst werden. Aber wir können entscheiden, wie wir mit dem umgehen, was gerade nicht in unserer Hand liegt.
Vielleicht ist es ein Gespräch, das wir führen. Vielleicht eine Entscheidung, die wir treffen. Vielleicht auch die Erkenntnis, dass wir etwas nicht alleine schaffen müssen und Unterstützung annehmen dürfen.
Gerade in belastenden Lebenssituationen kann diese Unterscheidung entlasten. Nicht alles muss von uns gelöst werden. Aber den nächsten Schritt können wir oft selbst bestimmen.
Außerhalb meiner Kontrolle: Was andere entscheiden oder tun.
Innerhalb meiner Kontrolle: Wie ich damit umgehe und was ich als Nächstes tue.
Manchmal beginnt Veränderung genau dort – bei dem kleinen Bereich, den wir selbst in der Hand haben.
Verfasserin: Karin Huber von Lebenswege