Psychologie: Diese 5 Sätze aus deiner Kindheit wirken bis heute stärker, als du denkstPsychologie: Diese 5 Sätze aus deiner Kindheit wirken bis heute stärker, als du denkst

Veröffentlicht am 17. Jänner 2026 um 22:30

Viele Menschen wundern sich, warum sie in bestimmten Situationen immer gleich reagieren: Warum Kritik so tief trifft, warum Nähe schwerfällt oder warum der eigene Anspruch an sich selbst nie nachlässt. Die Antwort liegt oft nicht im Heute, sondern in der Kindheit. Worte, die wir früh gehört haben, prägen unser Selbstbild, unsere Beziehungen und unser Handeln – oft ein Leben lang. Besonders fünf Sätze tauchen in Gesprächen immer wieder auf. Sie wurden meist nicht aus böser Absicht gesagt, wirken aber bis heute nach.

1. „Reiß dich zusammen.“

Dieser Satz vermittelt früh: Gefühle sind störend. Wer ihn häufig gehört hat, lernt, Emotionen zu unterdrücken statt sie wahrzunehmen. Im Erwachsenenalter zeigt sich das oft durch innere Anspannung, Schwierigkeiten, über Gefühle zu sprechen, oder das Gefühl, „nicht richtig zu sein“, sobald Emotionen hochkommen.

 

2. „Das bildest du dir nur ein.“

Wird die eigene Wahrnehmung immer wieder infrage gestellt, beginnt man, sich selbst zu misstrauen. Erwachsene, die diesen Satz geprägt hat, zweifeln häufig an ihren Entscheidungen, suchen ständig Bestätigung von außen und haben Schwierigkeiten, ihrer eigenen Intuition zu vertrauen.

 

3. „Andere haben es viel schwerer als du.“

Dieser Satz soll relativieren, bewirkt aber oft das Gegenteil. Eigene Sorgen werden klein geredet, Bedürfnisse verdrängt. Viele Betroffene fühlen sich später schuldig, wenn es ihnen schlecht geht, und erlauben sich kaum, Hilfe anzunehmen oder Grenzen zu setzen.

 

4. „Sei nicht so empfindlich.“

Sensibilität wird hier als Schwäche dargestellt. Kinder lernen, dass ihre Reaktionen „zu viel“ sind. Im Erwachsenenleben zeigt sich das häufig durch ein starkes Anpassen an andere, Angst vor Ablehnung oder das Gefühl, ständig „funktionieren“ zu müssen.

 

5. „Das hast du falsch gemacht.“

Fehler werden nicht als Lernchance, sondern als persönliches Versagen erlebt. Wer diesen Satz oft gehört hat, entwickelt häufig Perfektionismus oder große Angst vor Kritik. Gleichzeitig fällt es schwer, Neues auszuprobieren oder Risiken einzugehen.

Diese Sätze wirken nicht, weil sie einmal gesagt wurden, sondern weil sie sich wiederholt haben – oft in entscheidenden Entwicklungsphasen. Sie formen innere Glaubenssätze, die unser Denken und Fühlen bis heute steuern.

 

Die gute Nachricht:

Was gelernt wurde, kann auch neu gelernt werden. Der erste Schritt ist das Erkennen. Wer versteht, woher bestimmte innere Stimmen kommen, kann beginnen, sie zu hinterfragen und durch neue, stärkende Überzeugungen zu ersetzen. Worte haben Macht – damals wie heute. Und wir dürfen lernen, uns selbst heute jene Sätze zu sagen, die wir früher gebraucht hätten. Mehr Informationen hier

Verfasser: Thomas Bachmann