Informationen rund um Behinderungen
Behinderungen sind Teil der menschlichen Vielfalt und können Menschen in jedem Lebensalter betreffen. Sie können angeboren oder im Laufe des Lebens entstehen und sich auf unterschiedliche Bereiche auswirken. Neben den individuellen Auswirkungen spielen gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Barrierefreiheit und Unterstützungssysteme eine zentrale Rolle für Teilhabe und Lebensqualität.
Eine Behinderung bedeutet nicht automatisch Einschränkung der Fähigkeiten, sondern oft einen anderen Zugang zur Umwelt. Je nach Art der Behinderung benötigen Betroffene unterschiedliche Formen von Unterstützung, Information und Begleitung.
Körperliche Behinderungen
Körperliche Behinderungen betreffen die Beweglichkeit oder körperliche Funktionen, z. B. durch Lähmungen, Muskelerkrankungen oder chronische Erkrankungen. Sie können angeboren sein oder durch Unfälle bzw. Krankheiten entstehen.
🔗 Informationen:
Körperliche Behinderungen betreffen die Bewegungsfähigkeit oder körperliche Funktionen eines Menschen. Sie können angeboren sein oder im Laufe des Lebens durch Krankheiten, Unfälle oder neurologische Erkrankungen entstehen. Je nach Art und Ausprägung wirken sie sich unterschiedlich auf den Alltag aus – etwa auf Mobilität, Feinmotorik, Kraft oder Ausdauer.
Zu den häufigsten Ursachen zählen Lähmungen, Muskelerkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems, Fehlbildungen sowie chronische Erkrankungen. Körperliche Behinderungen können dauerhaft oder vorübergehend sein und betreffen Menschen jeden Alters. Viele Betroffene nutzen Hilfsmittel wie Rollstühle, Gehhilfen, Prothesen oder technische Assistenzsysteme, um ihren Alltag möglichst selbstständig zu gestalten.
Entscheidend für Lebensqualität und Teilhabe ist nicht allein die körperliche Einschränkung, sondern auch die Umgebung. Barrierefreiheit, angepasste Arbeitsplätze, unterstützende Technologien und gesellschaftliche Akzeptanz spielen eine zentrale Rolle. Mit passenden Rahmenbedingungen können Menschen mit körperlichen Behinderungen aktiv am sozialen, beruflichen und kulturellen Leben teilnehmen.
Körperliche Behinderungen sagen nichts über die geistigen Fähigkeiten, den Wert oder das Potenzial eines Menschen aus. Ein respektvoller Umgang und individuelle Unterstützung ermöglichen Selbstbestimmung, Eigenständigkeit und ein erfülltes Leben.
Häufige Formen körperlicher Behinderungen
Weiterführende Informationen & Links
Österreichische Anlaufstellen
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Sozialministeriumservice
https://www.sozialministeriumservice.at -
Österreich.gv – Behinderung & Unterstützung https://www.oesterreich.gv.at/themen/soziales/behinderung.html
Medizinische & internationale Informationen
Selbsthilfe & Interessenvertretung
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ÖZIV – Österreichischer Zivil-Invalidenverband
https://www.oeziv.org -
Verein RollOn Österreich
https://www.rollon.at - Lebenswege Nö Süd
Geistige Behinderungen
Geistige Behinderungen äußern sich durch Einschränkungen in der kognitiven Entwicklung, im Lernen oder in der Verarbeitung von Informationen. Der Unterstützungsbedarf ist individuell unterschiedlich und reicht von leichter Begleitung bis zu intensiver Unterstützung im Alltag.
🔗 Informationen:
Geistige Behinderungen betreffen die kognitive Entwicklung, das Lernen sowie das Verstehen und Verarbeiten von Informationen. Sie können angeboren sein oder sich in der frühen Kindheit entwickeln, etwa durch genetische Faktoren, Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt oder durch frühkindliche Erkrankungen. Der Unterstützungsbedarf ist individuell sehr unterschiedlich und reicht von punktueller Begleitung bis zu umfassender Unterstützung im Alltag.
Menschen mit geistigen Behinderungen lernen häufig langsamer oder auf andere Weise, verfügen jedoch über eigene Stärken, Fähigkeiten und persönliche Ausdrucksformen. Eine geistige Behinderung sagt nichts über den Wert eines Menschen aus. Mit verständlicher Kommunikation, klaren Strukturen und geeigneter Förderung können Betroffene ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben führen.
Entscheidend für Teilhabe und Lebensqualität sind angepasste Bildungsangebote, ein unterstützendes soziales Umfeld sowie gesellschaftliche Akzeptanz. Barrieren entstehen oft durch komplexe Sprache, Zeitdruck oder fehlendes Verständnis – nicht durch die Behinderung selbst.
Häufige Formen geistiger Behinderungen
Weiterführende Informationen & Links
Österreichische Anlaufstellen
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Sozialministeriumservice
https://www.sozialministeriumservice.at -
Österreich.gv – Behinderung & Unterstützung
https://www.oesterreich.gv.at/themen/soziales/behinderung.html
Fachliche & internationale Informationen
Beratung & Unterstützung
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Integrative Betriebe Österreich
https://www.integrativebetriebe.at
Psychische Behinderungen
Psychische Behinderungen entstehen durch länger andauernde psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, bipolare Störungen oder Schizophrenie. Sie sind oft nicht sichtbar, können aber den Alltag stark beeinflussen.
🔗 Informationen:
Rechte & Teilhabe
Menschen mit Behinderungen haben das Recht auf Gleichstellung, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe. Internationale Grundlagen dafür bietet die UN-Behindertenrechtskonvention, die auch in Österreich gilt.
🔗 Weiterführende Informationen:
Weiterführende Anlaufstellen
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Sozialministeriumservice – Beratung, Förderungen, Unterstützungsangebote
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WHO – Internationale Informationen & Definitionen
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Lebenshilfe – Unterstützung für Menschen mit intellektuellen Behinderungen
Inklusion – gemeinsam Vielfalt leben
Inklusion bedeutet, dass alle Menschen von Anfang an und gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können – unabhängig von Behinderung, Herkunft, Alter, Geschlecht oder individuellen Voraussetzungen. Sie geht davon aus, dass Vielfalt normal ist und dass nicht der Mensch sich anpassen muss, sondern die Gesellschaft die passenden Rahmenbedingungen schafft.
In einer inklusiven Gesellschaft werden Unterschiede nicht als Problem gesehen, sondern als Bereicherung. Barrierefreiheit, verständliche Kommunikation, flexible Strukturen und eine offene Haltung ermöglichen es Menschen, ihre Fähigkeiten einzubringen und selbstbestimmt zu leben. Inklusion betrifft dabei alle Lebensbereiche: Bildung, Arbeit, Wohnen, Freizeit und soziale Beziehungen.
UN-Behindertenrechtskonvention – Rechte, Teilhabe und Gleichstellung
Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist ein internationales Übereinkommen, das die Rechte von Menschen mit Behinderungen stärkt und schützt. Sie wurde von den Vereinte Nationen verabschiedet und verpflichtet die Vertragsstaaten dazu, die volle und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen zu gewährleisten.
Zentrales Anliegen der UN-Behindertenrechtskonvention ist es, Menschen mit Behinderungen nicht als Objekte von Fürsorge zu betrachten, sondern als selbstbestimmte Rechtsträgerinnen und Rechtsträger. Die Konvention stellt klar, dass Behinderung nicht allein durch eine Beeinträchtigung entsteht, sondern durch das Zusammenspiel von individuellen Voraussetzungen und gesellschaftlichen Barrieren.
Die UN-BRK umfasst zahlreiche Lebensbereiche, darunter Bildung, Arbeit, Wohnen, Gesundheit, Mobilität, politische Teilhabe und Zugang zu Informationen. Sie fordert Barrierefreiheit, Gleichstellung, Nichtdiskriminierung sowie den Abbau von Vorurteilen und strukturellen Hindernissen. Besondere Bedeutung kommt dabei der Selbstbestimmung und der freien Wahl des eigenen Lebenswegs zu.